Entwicklungen

Chorleiter, die den Chor prägten

1958 ist das Gründungsjahr des Chores. Mit ihrem Dirigenten Helmut Mühlenweg machte sich eine kleine Gruppe ehemaliger Sänger und Sängerinnen des Bielefelder Kinderchores sehr bald als "Junger Chor Bielefeld" einen Namen.

Nach dem frühen Tod des Dirigenten, 1972, übernahmen kurzfristig Horst Leimbrock und wenig später Raimund Zimmermann die Probenarbeit. In diese Zeit fällt die Umbenennung in „Studiochor Bielefeld“ und der Chor wird ein gemeinnütziger, eingetragener Verein.

Ab 1973 prägte Gerd Lenze 15 Jahre lang den Studiochor. Sein großer Verdienst war es, den Chor in eine andere Stilrichtung zu leiten. So führte er ihn schrittweise an zeitgenössische Kompositionen mit kleinem Orchester heran. Es wurden unter anderem „Zigeunerlieder“ von Brahms und „Chichester Psalms“ von Bernstein geprobt. Im Jahre 1986 führte der Studiochor erstmals Haydns Chor- und Orchesterwerk „Die Schöpfung“ auf. Gerd Lenze vermochte es, die Qualität des Chores wesentlich zu steigern.

Seine Nachfolge trat 1988 Friedhelm Flamme an, der nach einem Jahr als Kirchenmusikdirektor nach Niedersachsen wechselte.

Boris Böhmann von der Musik-Akademie Detmold, übernahm 1989 die musikalische Leitung des Chores. Die hervorragende Zusammenarbeit endete, als er Anfang 1993 seine Berufung als Chordirektor an die Basilika zu Kevelaer erhielt.

Von August 1993 bis Mai 2010 leitete Martin Fugmann den Studiochor. Unter seiner Führung entwickelte sich der Chor kontinuierlich weiter. Martin Fugmann erweiterte das Repertoire um selten zur Aufführung gebrachter Werke für Chor und Orchester, unter anderem das Oratorium von Louis Spohr „Die letzten Dinge“, „Alexanderfest“ von G.F. Händel, „Die Erntefeier“ von Heinrich von Herzogenberg (Erstaufführung nach ca. 100 Jahren). Neben den oratorischen Programmen erarbeitete er mit dem Chor a-capella-Literatur von Madrigalen der Renaissance über weltliche und geistliche Literatur der Klassik und Romantik bis hin zu anspruchsvollen Arrangements von Pop und Jazz. Unter Martin Fugmanns Leitung nahm der Chor auch an internationalen Chortreffen teil. Berufliche Gründe zogen ihn 2010 nach Kalifornien/ USA.

Von Juni 2010 bis Juni 2014 leitete Stefan Vanselow den Studiochor. Er setzte sich mit großem Engagement und künstlerischem Know-How für den Studiochor ein. Unter seiner Leitung führte der Chor 2012 mit einem Oratorium des zeitgenössischen Komponisten Matthias Drude „Alles was atmet, lobe den Herrn“ die Reihe der nordrheinwestfälischen Erstaufführungen fort. Zuletzt erarbeitete Stefan Vanselow mit dem Chor Werke des Barock von Georg Philipp Telemann und Johann Balthasar König in moderner Erstaufführung. Das Aufführungsmaterial für die Mehrzahl dieser, teils zweieinhalb Jahrhunderte verschollenen Werke, erstellte Stefan Vanselow dafür in mühevoller Arbeit selbst. Dazu editierte er handschriftlich vorliegende Manuskripte von J. B. König aus der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main. Die abwechslungsreiche und hochqualifizierte künstlerische Arbeit Stefan Vanselows steigerte die Qualität des Studiochores merklich.

Seit August 2014 setzt Sebastian Grünberg die Leitung des Studiochores fort.